n Ostwestfalen, wo sich sanftes Bergland und weite Felder bis zum Horizont erstrecken und die Natur den Menschen eine ruhige Gelassenheit verleiht, hat Ron Diva sein Zuhause. Der beschauliche Kurort Bad Salzuflen hat bereits Songwriter wie Frank Spilker (Die Sterne), Jochen Distelmeyer (Blumfeld), Bernd Begemann und Bernadette La Hengst (Die Braut haut ins Auge) hervorgebracht. Sie alle haben ihre musikalische Perspektive in Hamburg gesucht, wo sie die sogenannte „Hamburger Schule“ ins Leben riefen.
Ron Diva jedoch lebt in dieser vermeintlichen Abgeschiedenheit jenseits der hektischen Großstädte. Dunkle Dramatik, Verzweiflung, hoffnungsvolle Selbstreflexion und die unberührte Natur spiegeln sich in seinen Songs wider. Die emotionalen Berg- und Talfahrten seiner melancholischen Kleinode gehören in genau diese Umgebung und sind doch bereit für die Clubs der Metropolen. Introvertierte Songperlen, in denen die deutschsprachigen Lyrics im Mittelpunkt stehen. Nur mit akustischer Gitarre in der Hand erzählt er von vertrauter Zweisamkeit und Isolation; von unverstellten Gefühlen und der Liebe zur Musik.
Die spärlich instrumentierten Stücke entfalten sich nicht nur vor dem Kamin, wenn der kalte Regen ans Fenster prasselt und die Einsamkeit die Seele bedrückt. Diese schlichten Folk- und Popsongs erlauben einen tiefen Blick in seine Seele und sorgen für wohlige Gänsehaut. Sie sind emotionaler als Emo und derart Post-von-allem, dass sie mit ihrer Intensität da angelangen, wo sie eigentlich herkommen: beim Folk eines Neil Young oder dem Blues eines Woody Guthrie. Mit der Sprache des Hier und Jetzt. Mit Soul im Herzen, Groove im Handgelenk und dem Verzicht auf leere Posen sieht Ron Diva die Welt mit romantisch-melancholischen Augen und predigt die Lehre der reinen Emotionen auf eindringliche Art und Weise. Das muss man sich hierzulande erst einmal trauen.




